Träume nicht Dein Leben! Lebe Deinen Traum!!




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1. diätphase: alles funktioniert von selbst, ich fühle mich gut, fit, gesund, diszipliniert, mache täglich sport, halte mich genau an meinen plan, ich sehe, wie ich jeden tag dünner werde 2. exzessive phase: alles funktioniert so leicht. ich fühle mich euphorisch und fit und gesund. ich trinke tonnen von tee und ersetze unbewusst eine mahlzeit nach der anderen durch tee oder gar nichts. "warum soll ich das denn essen, wenn ich keine lust darauf hab und wenn ich es nicht brauche?" man merkt das eigentlich gar nicht richtig. "upss schon wieder den ganzen tag nichts gegessen. huch, schon wieder ein kilo weniger". 3. alle speicher sind leer-phase: sobald aller zucker in meinen speichern aufgebraucht ist, fange ich an zu schweben. ich bin zwar immer zittrig, sehr schreckhaft und leicht zum weinen zu bringen, mir ist kalt und ich kann nicht schlafen, aber ich schwebe, weil ich das ganze essen nicht brauche. ich habe schüttelfrost, ich habe zitteranfälle und kippe um, muss mich festhalten, aber ich bin so leicht. ich habe keinen hunger und keinen appetit. wenn ich etwas esse, weil ich mir denke "ich muss das jetzt essen, damit ich nicht völlig umkippe, das bin ich meinem körper einfach schuldig", dann schmeckt es nach gar nichts, egal, was ich esse. als würde ich staub essen. ich mache mehr sport, egal bei welchem wetter und welcher tageszeit. wenn ich nicht schlafen kann, mach ich sport. wenn ich morgens aufstehe mache ich sport. wenn ich etwas gegessen habe, mache ich sport. 4. ich kann nicht anders-phase irgendwann geht es nur noch darum, was ich wann esse und wann ich sport mache und kalorien verbrennen kann. "stehe gerade! du darfst dich nicht hinsetzen, das verbraucht weniger kalorien! mach sport wo immer du kannst, sei beschäftigt! nein, das musst du nicht essen, vielleicht später... oder morgen... oder übermorgen! hmm, das schmeckt nach gar nichts, nein, dann kann ich es auch weglassen!" meine nahrung besteht nur noch aus tee, zuckerfreien pfefferminzbonbons und kaugummis, colalight, wasser, vielleicht mal ein apfel oder ein fettfreies yoghurt. vielleicht mal eine tasse brühe. ich weiß die kalorienzahlen von so ziemlich allen lebensmitteln auswendig. es gibt nur verboten-erlaubt. erlaubt ist fast nichts. ich gehe gerne einkaufen oder schaue kochsendungen oder lese kochbücher, schaue mir die bilder an. schaue mir das an, was ich nicht essen darf. es ist unvorstellbar für mich, das zu essen. irgendwann passiert es, dass ich in den apfel beiße und es einfach nur noch eklig finde. ich weiß, es schmeckt süß, eigentlich liebe ich äpfel. aber in meinem mund schmecke ich nichts. ich beiße ein paar mal ab und lege den apfel weg. "für später". doch später ist niemals da. mir ist ständig kalt. ich trage dutzende pullis übereinander. und jacken. ich trinke literweise tee, weil ich so friere. morgens will ich einfach nur in meinem warmen bett bleiben. ich habe 3 decken. mein zimmer ist kalt, weil ich im sommer und im winter immer das fenster offen lasse, um kalorien zu verbrennen. "faule sau, steh endlich auf. mach sport, zieh dich an. lerne!" mir ist dauernd schwindelig und ich klappe oft zusammen. mir wird schwarz vor augen, ich muss mich festhalten, ich zittere, aber ich mache weiter. an manchen tagen rast mein herz wie wild und ich bin so zittrig, dass ich nicht einmal ein messer halten kann, um meinen apfel in kleine kleine stückchen zu zerteilen. wenn essen, dann zerteile ich es immer, zerlege es und fange mit den teilen an, die am "ungefährlichsten" sind. ich esse sehr langsam, trinke zwischen den bissen und kaue oft. nach einiger zeit bin ich fertig, auch wenn ich eigentlich fast nichts davon gegessen habe. es schmeckt eh alles nach nichts. nachts kann ich nicht schlafen, dann mache ich eben sport. dann liege ich sehr lange wach und spüre jeden einzelnen knochen. ich bin stolz, aber ich merke wie schlecht es mir geht. meine nieren, leber, hüfte, magen, alles tut weh. mein gehirn fühlt sich irgendwie so benebelt an, als hätte ich dauernd druck auf den ohren, wie bei einem druckabfall zb im flugzeug beim start. meine augen werden schlecht. meine rippen verhaken sich ineinander, meine gelenke knachsen, mein kopf fühlt sich an, als würde er gleich von meinem nacken brechen. ich denke über osteoporose nach, dass mir diese nacht sicher das genick brechen wird. manchmal glaube ich, dass ich am nächsten tag nicht mehr aufwache. aber ich will doch nicht sterben! ich nehme mir vor "morgen esse ich was". aber ich esse niemals. im kopf gehe ich meinen essplan für den nächsten tag noch einmal durch. endlich schlafe ich ein. ich habe muskelkrämpfe und manchmal wache ich mit herzrasen und zuckungen auf. oft habe ich hungerträume. ich träume davon, wie ich zum kühlschrank gehe. oder essen gehe. oder auf einer feier bin. und alle mir etwas zum essen anbieten. ich denke "besser iss das, sonst merken die was", also ess ich einen bissen. und dann bekomm ich einen riesigen fressanfall. ich kann nicht mehr aufhören. ich bin dann immer verzweifelt, weil ich glaube, dass es real ist. alles ist umsonst, was ich die letzten wochen und monate erreicht habe. ich heule im schlaf. erst wenn ich aufwache, fällt mir auf, dass ich nichts gegessen habe und dass es nur ein traum war. warum mache ich das ganze eigentlich? weil ich nicht anders kann. und weil ich mich so frei und euphorisch fühle. es geht schon lange nicht mehr darum, abzunehmen und schön zu sein. es ist nur noch die unendliche euphorie, dass ich etwas alleine schaffe, dass ich leer bin und nichts brauche. vor allem im herbst ist das am schlimmsten, wenn einen der wind fast umweht und die blätter rauschen. man ist frei, und ein teil des ganzen, man schwebt. alle empfindungen und gefühle sind so stark, irgendwie surreal. man fühlt alles viel intensiver. die guten wie die schlechten sachen. so ist man zwar sehr shreckhaft und sehr leicht zum weinen zu bringen, aber man fühlt sich auch immer euphorisch und eins mit dem wind und der natur. einfach nur frei... 5. alle schauen mich an und kontrollieren mich-phase, rückzug zuerst waren es koplimente "du siehst toll aus. du kannst alles tragen. du bist wunderschön". irgendwann wird es verletzung und sorge. die leute die dich beobachten, achten genau darauf, was du wann isst, ob du überhaupt isst. manche wollen dich füttern, lauern dir mit essen auf, wollen mit dir essen gehen. bei jeder feier, bei jedem familienfest gibt es nur eins: wie kann ich verstecken, dass ich nichts esse? und wie entkomme ich den ganzen leuten, die nur darauf achten, was ich esse? es gibt nur ein thema: was isst sie? "du bist aber dünn eworden. was hast du heute schon gegessen?" es wird getuschelt. auch wenn sich nur zwei leute unterhalten denke ich, dass es um mich geht. man wird so paranoid und fühlt sich unwohl. deswegen vermeidet man öffentlichkeit und feste so gut es geht. man zieht sich zurück. bleibt öfter zu hause. erledigt seine pflichten und das wars. die zeit, die fürs essen normalerweise gebraucht wird, wird mit "pflichten" vollgestopft, sport, pläne machen, lernen, klavierüben, putzen, im internet surfen nach pro ana. du gehst nur noch aus dem haus, um in die schule, uni oder zur arbeit zu gehen, oder um sport zu machen. ansonsten bist du in deinem zimmer, den ganzen tag und machst eines der sachen oben. 6. depressive phase hilflosigkeit der mitmenschen. manche verletzen dich absichtlich, weil sie sich einfach nicht anders zu helfen wissen, beleidigen dich mit sprüchen wie "naja kein wunder, wenn an nichts isst. du bist aber dürr, also ich finde das eklig. du siehst aus wie der tot. du bekommst nie einen freund, die männer stehen nicht auf knochen. wenn ich dich halte, dann schneiden mir deine scharfen knochen die haut auf". doch du lächelst. obwohl es so wehtut. du ziehst dich immer mehr zurück. eigentlich willst du nur in den arm genommen und gewärmt werden, es ist so kalt und du bist so allein. aber niemand ist da. irgendwann stehst du einfach nicht mehr auf. bist nur noch depressiv. an so einem punkt braucht man freunde und eine gute familie. aber die meisten menschen sind so hilflos und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. die meisten menschen geben zu früh auf. eigentlich wünsche ich mir, mit meinen freunden zum essen zu gehen, aber ich sage ihnen immer kurz vorher ab weil ich angst habe. was werden sie sagen? werden sie mich kontrollieren? und irgendwann ist es ihnen egal, sie laden mich nicht mehr ein. ich denke nur noch, dass ich ihnen unwichtig bin, wenn ich ihnen nicht mal so viel wert bin, dass sie um mich kämpfen. ich fühle mich verraten. wie können dir nur so unbeschwert sein, während ich hungere? in dieser situation erkennt man wirklich, wer die wahren freunde sind. in diesem moment ist das falscheste, was die mitmenschen tun können, einen vollzutopfen. wenn man helfen will, muss man hartnäckig bleiben, und zeigen, dass einem was an dem kranken menschen liegt, aber dumme sprüche und das anbieten von essen bringen nichts. wichtig ist, dass man zuhören kann und einen einfach in den arm nimmt. ein essgestörter braucht einfach liebe und wärme. man ist so allein, depressiv, verzweifelt, psychisch labil, sehr schreckhaft, man heult wegen jeder kleinigkeit. ich erinnere mich noch daran, dass ich einmal die ubahn verpasst habe und in tränen ausgebrochen bin, mitten auf dem bahnsteig, dabei fährt die ubahn ja eh alle 5 minuten. ich habe geheult wegen nichts, einfach nur weil ich die ubahn nicht bekommen habe. ich dachte einfach nur "sag mal was kannst du eigentlich du versager? du erwischst nicht mal eine billige ubahn". wie schon oben gesagt, die gefühle und gefühlseindrücke die man hat, sind sehr sehr intensiv, die negativen wie die positiven. wenn man helfen will, dann muss man einfach immer da sein und immer sachen anbieten. liebe und wärme und schutz bieten. zeigen, dass es einem ernst ist. und genau das ist sehr schwer. nicht die gedult zu verlieren. meine eltern haben mir dann immer mit essen aufgelauert und ihnen zu liebe hab ich wieder gegessen. eigentlich war das nicht so ganz optimal, weil ich dann nur noch fressanfälle hatte, so rutscht man schnell in die bulimie, aber wenigstens hab ich wieder zugenommen und bin aus dem hungerstrudel wieder einigermaßen rausgekommen. aber den versuch abzunehmen habe ich nie aufgegeben. ich fand mich immer hässlich und das wird sich wohl auch nie ändern. ich will abnehmen, mache diäten, habe rückschläge, fressanfälle. ich will dünn sein um jeden preis. ich will dünn sein. ich muss dünn sein. ich wünschte es gäbe irgendeine art und weise, wie man gesund essen kann und trotzdem dünn bleibt, wenn ich überhaupt essen könnte. würde ich es tun? wohl nur solange bis die anorexie wieder kommt. denn ganz vorbei ist es nie.
25.2.12 13:58
 


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